Eigentlich ist es eine ganz triviale Aufgabe: eine motorgetriebene Rolllade soll von 2 Stellen aus bedient werden können.
Doch beim näheren Betrachten und Durchdenken merkt man schnell, dass man sich doch ernsthaft Kopf machen muss.
Nochmals, es geht hier nicht um die Parallelbedienung bzw. den -betrieb von 2 oder mehr Rollläden-, Markisen- oder
Jalousieantrieben; es ist hinlänglich bekannt, dass es diesbezüglich aufgrund von Rückspannungen zu unerwünschten
Erscheinungen kommen kann, darum auch der Einsatz von speziellen Rohrmotoren, speziellen Schaltgeräten oder
Trennrelais. Hier jedoch geht es letztlich um die Möglichkeit, einen Rollladenantrieb von 2 Orten aus zu betreiben
bzw. zu bedienen.
- 1. Bedienmöglichkeit: Dämmerungsschalter außen vor Ort, am Rohrmotor, für den Automatikbetrieb,
-
2.
Bedienmöglichkeit: Tageszeit-Komfort-Schalter innerhalb des Raumes, von
"Auto" auf "Hand" umgestellt,
für das manuelle Bewegen.
Auf
die Verwendung eines Hand-Automatik-Umschalters wird bewußt verzichtet; dieser
bedeutet nur erheblichen
Kosten- und Installationsaufwand und schränkt den Bedienungskomfort ein.
Zusammengefaßt sollen folgende Bedienmöglichkeiten gegeben sein:

Einsatzbeschreibung: Seit einiger Zeit betreibe ich eine
Rolllade, u.a. auch als Schutz vor unerwünschten Einblicken,
insbesondere
bei Dunkelheit, aber im Sommer auch als Sonnen- und Wärmeschutz. Die Rolllade
wurde bisher
tageszeitabhängig
von dem besagten Rollladenschalter (Zeitschaltuhr "Troll" von
Rademacher, im übrigen:
günstig bei Ebay ersteigert) auf- und abgefahren.
In
den Sommermonaten war das auch in Ordnung, aber jetzt im Okt./Nov. muss mehr
oder weniger wöchentlich einmal
die Öffnungs- und Schliesszeit korrigiert werden. Das nervt tüchtig! Folglich muss eine bessere Lösung gefunden werden.
Lange
Rede, kurzer Sinn: Ein tageszeitabhängiger Betrieb ist nahezu
untauglich, weil sehr wenig komfortabel,
ein
tageslichtabhängiges Schalten bzw. Bewegen der Rolllade dagegen ist die
optimale Lösung - das ist meine
(unmassgebliche) Meinung.
Aber - bei Dunkelheit, also geschlossener Rolllade, soll diese z.B. zum Lüften des Raumes, geöffnet und geschlossen werden
können;
also eine völlig unabhängige Betriebsweise erlauben. Dieser Betrieb
erfordert die nachfolgende Schaltungs-
anordnung,
die dafür sorgt, dass die jeweilige richtungsabhängige
Spannungsversorgung nur für eine
kurze Zeit auf den
Motorzuleitungen ansteht.
.
Realisierung: Die kleine Schaltungsanordnung wurde mit 2
Multifunktions-(Zeit-)Relais mit der Funktion
"einschaltwischend"
(H) von Crouzet und einem neutralen Relais (Schupa; Schliesser wurde auf
Öffner umgebaut)
aufgebaut.
Die 3 Relais (Breite jeweils 17 mm) passen recht gut in ein Gehäuse EK002 von
Spelsberg;
Schnappbefestigung auf Hutschiene.
Die
Laufzeit der beiden Zeitrelais wurde auf etwa 20 s eingestellt, also etwas mehr
als die tatsächliche Fahrzeit
der Rolllade.
Die
richtungsabhängige Spannung der (elektronischen) Rollladensteuerung liegt etwa
2,5 min an der jeweiligen
Motorleitung an, sie wird durch Betätigen der Stop-Taste allerdings sofort zurückgesetzt.
Anstelle
der Rollladensteuerung kann natürlich ein wesentlich kostengünstigerer
Knebelschalter mit
umsteckbarer
Schalter-Tastfunktion verwendet werden. Wird der Schalter auf Tastfunktion
eingestellt, so gibt
das für den Parallelbetrieb keine Probleme.
Im
übrigen liegt dieser Einsatzfall an der Grenze zum Einsatz von LOGO!, easy,
oder etc.
Dies ist nur eine Kostenfrage.
Elegante Lösungen kosten i.d.R. etwas mehr. Andererseits muss man ja nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Ein
derartiges Schaltgerät habe ich bei den etablierten Schaltgeräte-Herstellern
nicht gefunden, habe allerdings
auch nicht besonders intensiv gesucht.
Nun
könnte der Leser sich fragen, ja, hat der denn nichts besseres zu tun ?
Doch, hat er, aber manchmal muss
man
seinem Affen auch ein Stück Zucker geben und letztlich wird durch diese kleine
Schaltung
nur "Butter bei die Fische" gegeben.
.
Rollladensteuerung - die zweite (Jan. 2002)
Für
ein weiteres Fenster mit motorgetriebener Rolllade soll die gleiche Funktion
realisiert werden, also
tageslichtabhängiges
Öffnen und Schließen und parallel dazu ein Schließen oder Öffnen über
Schalter-/Tasterbetätigung. Der Taster (2fach Wippe) ist im Rauminneren angeordnet.
Die
zur Steuerung erforderlichen Multifunktions-(Zeit-)Relais waren nicht
vorhanden, aber eine LOGO! 230RC
lag schon lange herum.
Nachfolgend
der "Hardware"-Stromlauplan und darunter der Stromlaufplan, wie er in
die LOGO! eingegeben
werden muss. Es ist ein Ausschnitt aus "Logo!Soft".
Ich
sehe gerade, den parallelen Auf/Ab-Taster habe ich nicht mitgezeichnet; ist
aber das gleiche wie oben und
versteht sich fast von alleine.
..
.
Rollladensteuerung - die dritte (Jan. 2002)
Alle
guten Dinge sind drei - sagt man. Ich behaupte, dass diese Lösungsvariante
bezüglich Kosten, Platzbedarf
und Arbeitszeitaufwand die optimalste ist.
Wieder
kommt eine LOGO! zum Einsatz, diesmal jedoch eine mit analogem Eingang. Wir
wollen uns nämlich
den
Dämmerungsschalter, der ja auch sein Geld kostet (40 bis 50 €), selbst
bauen. Wir benötigen dazu einen
Spannungsteiler,
bestehend aus einem (zwei) Festwiderstand und einen Fotowiderstand (nicht
Fotodiode oder
Fototransistor). Damit wird eine von der
Tageslichthelligkeit abhängige Spannung erzeugt, die mit einem
Schwellwertschalter
innerhalb der LOGO! ausgewertet wird. So ein Fotowiderstand (mitunter auch als
Sonnensensor oder LDR (Light Dependend Resistor) bezeichnet) ist nun wahrlich nichts besonderes, es gibt
ihn
für 1 bis 2 € in den einschlägigen Elektronikgeschäften. Der
Widerstandswert beträgt bei Dunkelheit
etwa 1 MOhm, er sinkt bei direkter Sonneneinstrahlung bis auf 1 kOhm oder gar einige 100 Ohm.
B02
und B04 können auf 60 s bis 120 s gesetzt werden. Mit beiden Funktionen wird
erreicht, dass der
Eingang
gegen kurzzeitige Änderungen (Spannung an I7 - Helligkeitsänderungen)
unempfindlich wird, also
eine Hysterese wird gebildet.
Die
Einstellung bzw. Inbetriebnahme, also die Ermittlung der richtigen Arbeitspunkte
für das Ein- und
Ausschalten
erfordert etwas Geduld. Ich empfehle , den unteren Schwellwert auf 5 und den
oberen auf 11
zu
setzen. Die zugehörige Spannung kann zwischen I7 und N kontrolliert werden. Da
das alles Parameter
sind, können diese schnell und problemlos über das Tastenfeld der LOGO! geändert werden.
Ein Kochrezept gibt es nicht, weil die Einflussfaktoren am Einbauort so vielfältig und unterschiedlich sind.
Hat
man allerdings so wie ich nur eine LOGO!-Pure zur Verfügung, also ohne Tasten und
LCD-Diplay,
muss
man stets mit dem Laptop rumhantieren und das ist auf der Leiter kein
Vergnügen.
Fazit: Alles Gute ist nie beieinander!
Mit
den noch freien, digitalen Ein-/Ausgängen können weitere Schalthandlungen
veranlasst werden. Z.B. kann
mit
I8 eine Temperatur mittels NTC oder Pt100 überwacht bzw. ausgewertet werden
oder mit Q3 und Q4
kann zeitversetzt ein zweiter Motor angesteuert werden.
Interessant
und komfortabel müsste doch die Steuerung einer Rolllade, einer Markise oder
eines Lichtvorhanges
sein,
wenn über einen Analogkomparator (I7 und I8) sowohl die Außen- als auch die
Innenhelligkeit erfasst und
ausgewertet
wird. Da könnte dann allerdings die räumliche Anordnung der Fotowiderstände
recht aufwändig werden.
Durch Reihen- und Parallelschaltung mehrerer Widerstände lassen sich dann aber optimale Ergebnisse erzielen.