Steuerungstechnik

Hier sollen in loser Folge und "quer Beet" steuerungstechnische Lösungen etc. diskutiert werden.

   Rollladensteuerung (Nov. 2001)

Eigentlich ist es eine ganz triviale Aufgabe: eine motorgetriebene Rolllade soll von 2 Stellen aus bedient werden können.

Doch beim näheren Betrachten und Durchdenken merkt man schnell, dass man sich doch ernsthaft Kopf  machen muss.

Nochmals, es geht hier nicht um die Parallelbedienung bzw. den -betrieb von 2 oder mehr Rollläden-,  Markisen- oder

Jalousieantrieben; es ist hinlänglich bekannt, dass es diesbezüglich aufgrund von Rückspannungen zu unerwünschten

Erscheinungen kommen kann, darum auch der  Einsatz von speziellen Rohrmotoren, speziellen Schaltgeräten oder

Trennrelais. Hier jedoch geht es letztlich um die Möglichkeit, einen Rollladenantrieb von 2  Orten aus zu betreiben

bzw. zu bedienen.

    - 1. Bedienmöglichkeit: Dämmerungsschalter außen vor Ort, am Rohrmotor, für den Automatikbetrieb,

-         2. Bedienmöglichkeit: Tageszeit-Komfort-Schalter innerhalb des Raumes, von "Auto" auf "Hand" umgestellt,

für das  manuelle Bewegen.

Auf die Verwendung eines Hand-Automatik-Umschalters wird bewußt verzichtet; dieser bedeutet nur erheblichen

Kosten- und Installationsaufwand und schränkt den Bedienungskomfort ein.

Zusammengefaßt sollen folgende Bedienmöglichkeiten gegeben sein:

 

Einsatzbeschreibung: Seit einiger Zeit betreibe ich eine Rolllade, u.a. auch als Schutz vor unerwünschten Einblicken,

insbesondere bei Dunkelheit, aber im Sommer auch als Sonnen- und Wärmeschutz. Die Rolllade wurde bisher

tageszeitabhängig von dem besagten Rollladenschalter (Zeitschaltuhr "Troll" von Rademacher, im übrigen:

günstig bei Ebay ersteigert) auf- und abgefahren.

In den Sommermonaten war das auch in Ordnung, aber jetzt im Okt./Nov. muss mehr oder weniger wöchentlich einmal

die Öffnungs- und Schliesszeit korrigiert werden. Das nervt tüchtig! Folglich muss eine bessere Lösung gefunden werden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein tageszeitabhängiger Betrieb ist nahezu untauglich, weil sehr wenig komfortabel,

ein tageslichtabhängiges Schalten bzw. Bewegen der Rolllade dagegen ist die optimale Lösung - das ist meine

(unmassgebliche) Meinung.

Aber -  bei Dunkelheit, also geschlossener Rolllade, soll diese z.B. zum Lüften des Raumes, geöffnet und geschlossen werden

können; also eine völlig unabhängige Betriebsweise erlauben.  Dieser  Betrieb erfordert die nachfolgende Schaltungs-

anordnung, die dafür sorgt, dass die jeweilige richtungsabhängige Spannungsversorgung  nur für eine  kurze Zeit auf den

Motorzuleitungen ansteht.

.

Realisierung: Die kleine Schaltungsanordnung wurde mit 2 Multifunktions-(Zeit-)Relais mit der Funktion

"einschaltwischend" (H) von Crouzet und einem neutralen Relais (Schupa;  Schliesser wurde auf Öffner umgebaut)

aufgebaut. Die 3 Relais (Breite jeweils 17 mm) passen recht gut in ein Gehäuse EK002 von Spelsberg;

Schnappbefestigung auf Hutschiene.

Die Laufzeit der beiden Zeitrelais wurde auf etwa 20 s eingestellt, also etwas mehr als die tatsächliche Fahrzeit

der Rolllade.

Die richtungsabhängige Spannung der (elektronischen) Rollladensteuerung liegt etwa 2,5 min an der jeweiligen

Motorleitung an, sie wird durch Betätigen der Stop-Taste allerdings sofort zurückgesetzt.

Anstelle der Rollladensteuerung kann natürlich ein wesentlich kostengünstigerer Knebelschalter mit

umsteckbarer Schalter-Tastfunktion verwendet werden. Wird der Schalter auf Tastfunktion eingestellt, so gibt

das für den Parallelbetrieb keine Probleme.

Im übrigen liegt dieser Einsatzfall an der Grenze zum Einsatz von LOGO!, easy, oder etc.

Dies ist nur eine Kostenfrage.

Elegante Lösungen kosten i.d.R. etwas mehr. Andererseits muss man ja nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Ein derartiges Schaltgerät habe ich bei den etablierten Schaltgeräte-Herstellern nicht gefunden, habe allerdings

auch nicht besonders intensiv gesucht.

Nun könnte der Leser sich fragen, ja, hat der denn nichts besseres zu tun ?  Doch, hat er, aber manchmal muss

man seinem Affen auch ein Stück Zucker geben und letztlich wird durch diese kleine Schaltung

nur "Butter bei die Fische" gegeben.

.

Rollladensteuerung - die zweite (Jan. 2002)

Für ein weiteres Fenster mit motorgetriebener Rolllade soll die gleiche Funktion realisiert werden, also

tageslichtabhängiges Öffnen und Schließen und parallel dazu ein Schließen oder Öffnen über

Schalter-/Tasterbetätigung. Der Taster (2fach Wippe) ist im Rauminneren angeordnet.

Die zur Steuerung erforderlichen Multifunktions-(Zeit-)Relais waren nicht vorhanden, aber eine LOGO! 230RC

lag schon lange herum.

Nachfolgend der "Hardware"-Stromlauplan und darunter der Stromlaufplan, wie er in die LOGO! eingegeben

werden muss. Es ist ein Ausschnitt aus "Logo!Soft".

Ich sehe gerade, den parallelen Auf/Ab-Taster habe ich nicht mitgezeichnet; ist aber das gleiche wie oben und

versteht sich fast von alleine.

..

.

Rollladensteuerung - die dritte (Jan. 2002)

Alle guten Dinge sind drei - sagt man. Ich behaupte, dass diese Lösungsvariante bezüglich Kosten, Platzbedarf

und Arbeitszeitaufwand die optimalste ist.

Wieder kommt eine LOGO! zum Einsatz, diesmal jedoch eine mit analogem Eingang. Wir wollen uns nämlich

den Dämmerungsschalter, der ja auch sein Geld kostet (40 bis 50 €), selbst bauen. Wir benötigen dazu einen

Spannungsteiler, bestehend aus einem (zwei) Festwiderstand und einen Fotowiderstand (nicht Fotodiode oder

 Fototransistor). Damit wird eine von der Tageslichthelligkeit abhängige Spannung erzeugt, die mit einem

Schwellwertschalter innerhalb der LOGO! ausgewertet wird. So ein Fotowiderstand (mitunter auch als

Sonnensensor oder LDR (Light Dependend Resistor) bezeichnet) ist nun wahrlich nichts besonderes, es gibt

ihn für 1 bis 2 € in den einschlägigen Elektronikgeschäften. Der Widerstandswert beträgt bei Dunkelheit

etwa 1 MOhm, er sinkt bei direkter Sonneneinstrahlung bis auf 1 kOhm oder gar einige 100 Ohm.

B02 und B04 können auf 60 s bis 120 s gesetzt werden. Mit beiden Funktionen wird erreicht, dass der

Eingang gegen kurzzeitige Änderungen (Spannung an I7 - Helligkeitsänderungen) unempfindlich wird, also

eine Hysterese wird gebildet.

Die Einstellung bzw. Inbetriebnahme, also die Ermittlung der richtigen Arbeitspunkte für das Ein- und

Ausschalten erfordert etwas Geduld. Ich empfehle , den unteren Schwellwert auf 5 und den oberen auf 11

zu setzen. Die zugehörige Spannung kann zwischen I7 und N kontrolliert werden. Da das alles Parameter

sind, können diese schnell und problemlos über das Tastenfeld der LOGO! geändert werden.

Ein Kochrezept gibt es nicht, weil die Einflussfaktoren am Einbauort so vielfältig und unterschiedlich sind.

Hat man allerdings so wie ich nur eine LOGO!-Pure zur Verfügung, also ohne Tasten und LCD-Diplay,

muss man stets mit dem Laptop rumhantieren und das ist auf der Leiter kein Vergnügen.

Fazit: Alles Gute ist nie beieinander!

Mit den noch freien, digitalen Ein-/Ausgängen können weitere Schalthandlungen veranlasst werden. Z.B. kann

mit  I8 eine Temperatur mittels NTC oder Pt100 überwacht bzw. ausgewertet werden oder  mit Q3 und Q4

kann zeitversetzt ein zweiter Motor angesteuert werden.

Interessant und komfortabel müsste doch die Steuerung einer Rolllade, einer Markise oder eines Lichtvorhanges

sein, wenn über einen Analogkomparator (I7 und I8) sowohl die Außen- als auch die Innenhelligkeit erfasst und

ausgewertet wird. Da könnte dann allerdings die räumliche Anordnung der Fotowiderstände recht aufwändig werden.

Durch Reihen- und Parallelschaltung mehrerer Widerstände lassen sich dann aber optimale Ergebnisse erzielen.